Nachteilsausgleich: faire Chance oder ungerechter Vorteil?
Shownotes
Nachteilsausgleiche sorgen immer wieder für Diskussionen. Für die einen sind sie eine notwendige Voraussetzung für faire Bildungschancen, für andere entsteht schnell der Eindruck, einzelne Schülerinnen und Schüler könnten dadurch Vorteile erhalten. Gerade bei Beeinträchtigungen, die von außen nicht sichtbar sind, halten sich solche Zweifel besonders hartnäckig.
Karina Sinn kennt diese Erfahrungen. In der Folge beschreibt sie, wie sich Legasthenie für sie konkret auswirkt, warum ihre Leistungen teilweise anders wahrgenommen wurden und welche Unterstützung ihr auf dem Weg bis zum Abitur geholfen hat.
Doch Legasthenie ist nur ein Beispiel. Herr Freier, Ansprechpartner für Inklusionsfragen, erklärt, wie unterschiedlich Beeinträchtigungen sein können, weshalb viele von ihnen im Schulalltag zunächst unbemerkt bleiben und woran Eltern und Lehrkräfte erkennen können, dass Schülerinnen und Schüler möglicherweise andere Bedingungen benötigen, um ihr Wissen und ihre Fähigkeiten zeigen zu können.
Was gleicht ein Nachteilsausgleich also tatsächlich aus? Werden dadurch Anforderungen gesenkt – oder werden Barrieren reduziert, die den Zugang zu Unterricht, Aufgaben und Prüfungen erschweren?
Die Folge führt damit zu einer grundsätzlichen Frage von Schule und Bildung: Ist es gerecht, alle gleich zu behandeln, wenn ihre Voraussetzungen unterschiedlich sind? Müssen sich alle Schülerinnen und Schüler Wissen auf demselben Weg erschließen? Oder braucht Bildung unterschiedliche Zugänge, damit Einschränkungen beim Sehen, Hören, Lesen oder in anderen Bereichen nicht darüber entscheiden, was ein Mensch lernen und leisten kann?
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00:00:00: Und Schülerinnen und Schüler vergleichen sich aber miteinander.
00:00:03: In diesem Vergleichsmoment merkt man, dass man etwas nicht so gut kann.
00:00:08: Dann kommt man schnell zu Gedanken wie ich gehöre nicht dazu oder ich bin dumm, das ist falsch.
00:00:15: Aber es wirkt sich natürlich auf der Selbstbewusstsein aus.
00:00:19: Dadurch kommt es auch nicht selten zur Ausgrenzung oder Schulangst.
00:00:22: Hilfen,
00:00:22: die wir anbieten, dienen ja nicht dazu den Anspruch zu reduzieren sondern wir versuchen die Hürden, die nun einmal da sind um überhaupt erst einen Zugang zu finden, zu den Aufgaben.
00:00:32: Die Hürden versuchen wir zu nehmen oder zumindest ja die Hilfestellung zu geben damit ich mich mit der Aufgabe überhaupt erst auseinandersetzen kann.
00:00:40: Also jetzt auf dem Abi-Wall haben sich Leute vor mich gestellt und sich halt darüber lustig gemacht dass ich halt behindert bin.
00:00:46: so und da also wir reden hier von erwachsenen Personen
00:00:50: das Bodenlose Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge vom Neues vorm Nordhofe.
00:01:01: Heute haben wir ein ganz interessantes Thema, denn wie alle wissen soll Schule allen Schülerinnen und Schülern die gleichen Chancen bieten.
00:01:09: Doch was bedeutet das eigentlich?
00:01:11: Wenn nicht alle die gleichen Voraussetzungen dafür haben!
00:01:13: Wie geht Schule mit den Menschen um, die eine Benachbereinträchtigung haben oder vor besonderen Herausforderung stehen – wie beim Lesen bei der Rechtschreibung oder auch beim Rechnen?
00:01:23: Woran erkennt man überhaupt, dass hinter Schwierigkeiten mehr steckt als eine schlechte Leistung und welche Unterstützung brauchen Betroffene damit sie ihre Fähigkeit zeigen können?
00:01:32: Darüber sprechen wir heute mit Karina Sinn die heute die erfolgreiche Abitur bestanden hat und ihre persönlichen Erfahrungen mit uns teilen wird.
00:01:40: Und einmal unser Lehrer Herr Freyer der hier an unserer Schule der Experte dafür ist was das Thema Inklusion generell angeht.
00:01:50: Karina, jetzt würde ich einfach mal direkt bei dir anfangen.
00:01:54: Du hast ja direkt eigentlich schon damit betroffen... also du bist einfach schon davon betroffen.
00:01:59: aber wie fühlt sich das denn eigentlich für dich an so eine Beeinträchtigung?
00:02:03: Ja, also ich bin Legasthenikerin und habe Probleme im Lesen und Schreiben nicht so gut an.
00:02:14: Das liegt daran, dass die meisten, die oft in der Klasse sitzen keine Beeinträchtigung haben – was ja auch grundsätzlich gut ist!
00:02:21: Aber das führt dazu, dass man anders ist häufig als die anderen Kinder oder Jugendliche.
00:02:27: Dass man zum Beispiel etwas nicht so ganz gut kann und in meinem Fall ist es halt das Lesen- oder Rechtschreiben.
00:02:33: Und Schülerinnen und Schüler vergleichen sich aber miteinander und in diesem Vergleichsmoment merkt man dann eben ... dass man etwas nicht so gut kann.
00:02:41: Und dann kommt man schnell zu Gedanken wie, ich gehöre nicht dazu oder ich bin dumm, das ist falsch.
00:02:48: Aber es wirkt sich natürlich auf der Selbstbewusstsein aus und dadurch kommt es auch nicht selten zur Ausglänzung oder zur Schulangst.
00:02:55: Das sind Probleme die sehr präsent sind bei Betroffenen.
00:02:59: Bei legastinienkonkretenden Zahlen heißt das halt, dass tatsächlich der Legastheniker in psychisch erkranken.
00:03:05: Das finde ich schon sehr schockierend!
00:03:07: Ja, das ist auf jeden Fall.
00:03:08: Aber jetzt noch mal... Jetzt hast du gerade angesprochen und du meintest man merkt das auf jeden fall wenn man sich so mit anderen vergleicht oder so?
00:03:14: Hast du irgendwie so ein Schlüsselmoment wo du gemerkt hast ja dass es bei mir einfach alles anders ein bisschen also ich brauchte einfach ein bisschen länger und brauche Hilfe.
00:03:23: da war das bei dir im Prozess.
00:03:25: Also hattest du da wirklich so einen Moment der dir so gerade einfällt?
00:03:29: Ja!
00:03:29: Der fällt mich sehr gut ein.
00:03:31: Also ich habe er wie gesagt Probleme im Lesen und Rechtschreiben.
00:03:34: Und Diktate sind da natürlich immer so ein Fall, der irgendwie regelmäßig auftritt gerade in einer Grundschule und am Anfang der Weiterführende Schule.
00:03:44: Bei uns war es so in der Grundschulle, dass wir in der ersten und zweiten Klasse die Diktaten vorherbekommen haben, die Texte.
00:03:50: Dann konnte ich sie natürlich immer schön auswendig lernen und hatte dann auch immer sehr gute Noten, also eine Eins oder zwei.
00:03:57: Ab der dritten Klasse hat sich das geändert.
00:03:59: Da haben die Lehrer gesagt passen die Texte leicht an.
00:04:04: Und letztendlich war es halt ein komplett anderer Text, ich konnte ihn natürlich nicht auswendig lernen und da wurde mir das erst mal vor Augen geführt dass sich das halt irgendwie entscheidend überhaupt nicht so gut kann wie die anderen weil die meisten hatten halt nur eins oder nur zwei.
00:04:17: Ich habe halt die erste fünf meiner Schulzeit kassiert was ich nun technisch ansonsten halt nicht so ganz gewohnt war und das hat mich auf jeden Fall ... sehr, sehr schwer schockiert.
00:04:25: Also wenn ich heute auch noch das Wort Diktat höre dann kriege... ... schwitzige Hände und Panik?
00:04:28: Alles gut!
00:04:29: Ich auch alles gut mit welchen Vorteilen du sozusagen begegst also welche Vorurteile du während der Schulaufbahn auf jeden Fall hattest weil du weißt ja wie du gesagt hast du bist nicht dumm sondern du hast jetzt dieser fünf geschrieben in der dritten Klasse während die anderen diese eins oder zwei hatte.
00:04:46: aber du wusstest ey ich kann es eigentlich auch.
00:04:49: Ich glaube, das häufigste Vorteil, den man begegnet mit Beeinträchtigung in der Schule ist natürlich, dass man dumm ist.
00:04:58: Das kriegt man immer wieder vor Augen geführt.
00:05:00: Also ich erinnere mich auch an eine Situation von einer neuen Englischlehrerin, die irgendwie Grammatik-Tests von einer alten Englischelehrer zurückgegeben hat noch ... Und die mir denen halt auch wirklich so, dass er noch in Corona auf den Tisch geknallt hat.
00:05:14: Ich hatte da auch ne Fünf und die hat irgendwie gesagt halt so ja
00:05:17: das war
00:05:17: ja klar!
00:05:18: Und nein also vielleicht.
00:05:20: aber sie wusste noch gar nicht, dass ich eine Beeinträchtigung hatte Aber das hat ansonsten überhaupt nicht beim Notenbild entsprochen.
00:05:27: Ansonsten was man natürlich auch oft begegnet ist das Vorteil Faulheit oder dass man das vorspielt, um dann vielleicht einen Nachteilsausgleich zu bekommen.
00:05:37: Um dann wiederum bessere Noten zu bekommen oder auch, dass man Aufmerksamkeit will und es ist tatsächlich etwas, was total fatal ist weil in dem Moment wird man einfach nicht ernst genommen und das behindert Schülerinnen mit Beinrichtigungen maßgeblich.
00:05:51: Und welche Folgen hatte das so für dich also auch für deine Motivation aber auch für deinen Selbstvertrauen?
00:05:58: Ich würde sagen Auf der einen Seite große Folgen, auf die anderen Seite hat sich das vielleicht bei mir noch mehr im Rahmen gehalten als irgendwie bei anderen Fällen.
00:06:10: Weil ich einfach auch in meiner Familie mehrere Legasthenika habe und das Problem bekannt ist und ich deshalb Menschen zu Hause hatte, die zu denen ich nach Hause kommen konnte weint nach einer fünf im Diktat und die dann aber halt gesagt haben nein es ist okay dass nicht schlimm das ist so und ich glaube wenn man das.
00:06:28: Also es hatte trotzdem Auswirkungen auf mein Selbstbewusstsein.
00:06:31: Und ich dachte tatsächlich auch lange, dass ich viel zu doof bin und zum Beispiel irgendwie Medizin zu studieren was jetzt einfach mein Traumstudienfach ist und das sich auch studieren werde.
00:06:42: Aber wenn man...wenn ich das nicht gehabt hätte dann wäre das alles noch viel viel viel vertaler gewesen.
00:06:48: Karina um das vielleicht nochmal nachzuvollziehen.
00:06:51: Wenn du jetzt zum Beispiel mal einen Text bekommst Jetzt sagen wir mal auch vielleicht nach Klassenarbeit Was ist da wirklich?
00:06:57: Und wirklich bei dir so anders als bei anderen?
00:06:58: Also was passiert dabei, Liam?
00:07:04: Lesen fällt mir extrem schwer.
00:07:06: Ich kann ja mal versuchen zu beschreiben, was ich da sehe.
00:07:10: Wenn ich ein Wort sehe, dann sehe in der Mitte einen schwarzen langen Block.
00:07:15: Der Block ist ungefähr so lange wie das Wort ist und dann gibt es Buchstaben die nicht nur auf dieser Ebenen in der Mitte sind, sondern die quasi auch so nach oben rausgehen und nach unten raus gehen.
00:07:27: Also nach unten heraus gehe ich zum Beispiel das G. Das hat da unten so ein Schlenker oder das F. Das geht halt zu hoch und da hatte halt so zwei Striche oben.
00:07:38: Und das sehe ich auch so ein bisschen.
00:07:39: also ich sehe einen schwarzen Lock und dann gehen halt nach oben und unten gehen halt noch andere Striche raus und ich sehe halt so die Länge des Wortes.
00:07:47: So durch ganz viel üben und dadurch dass sich Wörter halt oft sehr kann dann halt die besser lesen, weil ich dann besser quasi dieses Wortbild nenne.
00:07:57: Ich jetzt mal erkenne aber wenn ich jetzt Wörter super selten lese oder die super kompliziert sind oder die auch zusammengesetzt sind aus mehreren Wörtern, dann wird es oder Fachwörter dann wird das richtig, richtig schwer.
00:08:11: und beim Schreiben ist es halt so dass ich ja auch nur dieses Wort Bild habe aber auch die einzelnen Buchstaben im Wortbild Bildvorstellen nicht sehen und auch nicht verstehen kann.
00:08:24: Ich habe zwar ein Wort im Kopf, das ich schreiben möchte aber im schlimmsten Fall weiß ich halt nicht mal mit welchen Buchstaben es anfängt.
00:08:29: Und dann kann ich's auch nicht nachgucken weil den Duden gleich nicht lesen.
00:08:32: und so'n anderes Wörterbuch muss sich ja auch wissen mit welchem Buchstabendes Wort anfängt und da wirds dann halt kritisch.
00:08:40: Ich versuche dann halt irgendwie das gleiche Wort zu schreiben in fünf, sechs Formen irgendwie zu erkennen, wie das Wortbild ist.
00:08:48: Aber das ist schwierig und das kann natürlich aber auch dazu führen dass ich mich verlese.
00:08:55: also wenn ich schaffe zu lesen dann es gibt ja auch Wörter die einfach extrem gleiche Wortbilder haben Also zum Beispiel Freunde und Freude.
00:09:05: Das ist ja jetzt wenn man das überlegt mit diesem Block in der Mitte Dann ist das ja echt ähnlich.
00:09:11: Und wenn man aber sowieso schon Schwierigkeiten hat mit Lee also mit dem Lesen so ... dann irgendwie einen Satz vor sich hat und auch erst mal versucht, den Haupt da zu lesen.
00:09:19: Und das alles zwischen dem Komma wegzudenken so... ...und sich dann aber noch zusätzlich verließt und super lange braucht und es super anstrengend ist.
00:09:28: Also ich krieg beim Lesen auch oft Kopfschmerzen oder mir wird tatsächlich einfach schlecht.
00:09:33: Dann ist das einfach extrem schwierig!
00:09:35: Das finde ich halt so krass weil das sind so Belastungen die man ja von außen eigentlich nicht wahrnimmt.
00:09:40: also man ist ja dann so Sie braucht vielleicht ein bisschen Hilfe, aber dass das dann wirklich was mit einem selbst macht.
00:09:47: Dass man ist so ich bin gerade ein bisschen anders als die anderen als die Mehrheit und dass es dann wirklich so innerlich auch ein bisschen etwas mit einem macht.
00:09:55: Das ist ja wirklich komplett also wirklich verrückt.
00:09:57: eigentlich deswegen Ja nicht wie soll ich sagen?
00:10:02: Nicht jede Beeinträchtigung ist er jetzt wirklich sichtbar.
00:10:05: Deswegen würde ich direkt einmal mit Herr Freyja weiter machen Welche Form gibt es denn überhaupt?
00:10:11: Also welche Formen, wie in welchem Ausmaß.
00:10:14: Also welche sind Ihnen bekannt?
00:10:15: Genau vielleicht sage ich erst mal was zu meiner
00:10:17: Person auch ... Das wäre gut
00:10:19: ja!
00:10:20: Damit diejenigen mich nicht kennen oder meine Rolle nicht kennen das was ich jetzt sage auch besser einordnen können und zwar bin ich bei uns an der Schule der Ansprechpartner für Inklusionsfragen.
00:10:29: dass jetzt seit ja ich glaube vier fünf Jahren ungefähr.
00:10:34: Das bedeutet nicht, dass sich auf alle sofort eine Antwort habe und auf jede Frage eine Antwort haben aber Zumindest repräsentiere ich zum ersten Mal das Thema Inklusion bei uns an der Schule und versuche mich da als Ideengeber, als Ratgeber aber auch als jemand sehe mich als jemand der versucht Netzwerke herzustellen.
00:10:51: Und Kontakte zu knüpfen zu Experten und Expert-Experten.
00:10:56: Das erstmal zu meiner Rolle!
00:10:59: Jetzt war deine Frage gerade welche Beeintrichtigungen gibt es überhaupt?
00:11:02: Ich glaube ein wichtiger Satz ist gerade schon gefallen von dir Es gibt sichtbare Beeinträchtigungen und es gibt unsichtbare beeinträchtingen.
00:11:08: Und das, was uns natürlich erst einmal im Schulalltag auffällt, sind die sichtbaren Beeintrechtigung.
00:11:14: Die fallen ins Auge.
00:11:15: Wenn von meinen Sehgewohnheiten abgewichend wird und plötzlich jemand mit einem Rollstuhl in die Schule kommt dann fällt das sofort auf.
00:11:21: Das sind die Beeinträge, die eine gewisse Aufmerksamkeit bekommen nicht weil sie höher... wertiger sind oder wichtiger als andere Beeinträchtigungen, sondern weil sie für uns besser einzuordnen.
00:11:33: Und weil wir einfache Lösungen darauf finden.
00:11:35: – jetzt das Beispiel Rollstuhl, ja vielleicht brauchen wir Veränderung am Gebäude damit die Person Zugang überhaupt erst zu räumen bekommt um lernen zu können.
00:11:44: Das sind dann Lösungen, die auch recht schnell gefunden werden können.
00:11:50: Aber darüber hinaus gibt es natürlich auch die Beeinträchtigung, die nicht sichtbar sind und viele Schülerinnen und Schüler belasten sie mit in die Schule hinein tragen.
00:12:01: Und die wir sensibel wahrnehmen müssen im Schulalltag.
00:12:08: Ich gehe mal auf unterschiedliche Bereiche ein.
00:12:10: also wir haben bei uns an der Schule einmal Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder Unterstützungsbedarf so nennt sich das und da haben wir unterschiedliche bereiche.
00:12:18: Ein Bereich ist zum Beispiel das körperlich-motorische, also die körperliche motorische Entwicklung.
00:12:22: Dazu würde jetzt jemand gehören der im Rollstuhlsitz was ich gerade gesagt habe.
00:12:26: Dann gibt es aber auch Einschränkungen im Bereich Emotional und Sozialentwicklung.
00:12:32: dann haben wir das Sehen, das Hören Sprache und noch andere Bereiche Und hierfür für diese Beeinträchtigung können sonderpädagogische Gutachten erstellt werden mit deren Hilfe zusätzliche zusätzliche Stunden von Experten und Experten, Förderschullehrkräften generiert werden um zu unterstützen.
00:12:59: Es gibt aber auch Unterstützungsbedarf da wo kein offiziell festgestellter Sonderpädagogischer Unterstützung bedarf vorliegt und das können zum Beispiel Kinder sein ich habe gerade davon gesprochen Belastungen die unsichtbar sind also Kinder, die eine Schulangst haben.
00:13:14: Die Aufmerksamkeitsprobleme haben Angststörungen, Konzentrationsschwierigkeiten oder auch chronische Erkrankung, Diabetes all das kann dazu gehören.
00:13:22: Oder jetzt sind Erfahrungen aus den letzten Jahren Kinder mit Fluchterfahrungen bei uns an der Schule sind wo zunächst einmal die Beeinträchtigung nicht zu erkennen ist.
00:13:33: und dann haben wir noch einen weiteren Bereich und ja da passt jetzt zu dem Boscarina gerade von ihren Erfahrungen schon erzählt hat dass es Das ist der Bereich besondere Schwierigkeiten im Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen.
00:13:47: Ja und dann darüber hinaus können es noch vorübergehende Belastungen sein die Kinder betreffen.
00:13:53: Es kann eine Krankheit sein die dazu geführt hat dass ich länger nicht in die Schule kommen konnte das ich einen längeren Ausfall hatte.
00:13:59: Es können persönliche Krisen sein, psychische Belastung.
00:14:02: auch solche Situationen können dazu führen andere Bedingungen brauchen, um lernen zu können.
00:14:10: Mehr Begleitung oder eine besondere Rücksichtssame?
00:14:13: Ich bin gerade ein bisschen baff von all den Varianten die es gibt und wie viel dieses Thema eigentlich wirklich so fasst weil ich bin euch ehrlich soweit habe ich jetzt auch gar nicht, also das heißt nicht gedacht aber dass das wirklich so weit reicht ist halt.
00:14:29: also daran denkt man einfach nicht.
00:14:32: Die wichtige Botschaft an dieser Stelle ist wenn du das hörst dich geradezuordnen konntest zu einem der Bereiche, dann weißt du jetzt, du bist da nicht alleine an der Schule.
00:14:42: Wir haben wirklich ganz viele Schülerinnen und Schüler bei uns in der Schule die eine Beeinträchtigung haben, die sich vielleicht behindert fühlen – ich glaube so kann ich das ganz gut ausdrücken, die nicht behindert sind aber die sich behindert durch die Umstände an der Schule fühlen und die Hilfe benötigen um das wirklich zeigen zu können was sie eigentlich draufhaben.
00:15:05: Und das bedeutet letztendlich auch Inklusion.
00:15:07: Also dir die Hürden zu nehmen, die das System dir stellt damit du wirklich zeigen kannst was du eigentlich drauf hast?
00:15:13: Ich würde direkt dazu ergänzen Herr Frey und ich kämpfen wirklich sehr stark für ein Schuhsystem in dem einfach jedes Kind nach seinen oder ihren Möglichkeiten sein oder ihr Potenzial ausschöpfen kann.
00:15:25: Das ist ehrlicherweise ein Punkt an dem alle Menschen zustimmen sollten und die meisten das auch tun.
00:15:32: Aber wenn man eben mit Beeinträchtigungen lebt, dann kann ich mein Potenzial das Ich habe aufgrund meiner beeinträchthigung eben nicht ausschöpfen.
00:15:41: Und genau hier sind wir bei Inclusion und dass es dieser Bereich ist riesig.
00:15:49: Das wirkt manchmal ein bisschen paradox.
00:15:51: Denn die Frage ist, wann übertrete ich genau diese Schwelle?
00:15:54: Wann kann ich sagen – Ich mache meine Beeinträchtigung sichtbar!
00:15:58: Das ist eine große Hürde für Schülerinnen und Schüler überhaupt sich sichtbaar zu machen.
00:16:04: Natürlich liegt da eine große pädagogische Verantwortung bei uns als Lehrkräften und als Beteiligten im Schulsystem, die Hürde so niedrig wie möglich zu halten.
00:16:11: Aber ich möchte mal einen Punkt ansprechen der das verdeutlichen kann warum das so eine größte große Hürda ist.
00:16:18: Ich mache mich sichtbar, ich zeige mich ja auch verletzlich mit meiner Beeinträchtigung und darauf wird reagiert.
00:16:28: Das ist ja der Sinn letztendlich auch dass darauf reagiert wird mir Unterstützung angeboten wird.
00:16:34: Aber gleichzeitig kann das eine paradoxe Reaktion zur Folge haben, dass ich das Gefühl habe oh jetzt werde ich gesehen!
00:16:41: Jetzt bekomme ich Unterstützung und das soll natürlich bestenfalls und das hat damit zu tun wie sensibel wir es schaffen darauf zu reagieren dazu führen dass ich meine Leistung so gut wie möglich abrufen kann.
00:16:54: aber das kann dann sogar noch zu zusätzlichem Druck führen dass ich das Gefühl habe, jetzt wird mir geholfen.
00:17:00: Jetzt erst recht!
00:17:01: Jetzt muss ich zeigen, dass ich unter den veränderten Bedingungen wirklich Top-Leistung bringen kann und davon müssen wir uns und dafür müssen wie die Schülerinnen und Schüler schützen, dass das Hilfe angeboten wird und nicht sofort im nächsten Moment dann verbesserte Lernbedingungen auch herrschen müssen oder sofort das Resultat besser sein muss.
00:17:21: also es kann ein langer Prozess sein der sich über mehrere Jahre hinweg Erzieht und ich glaube, das ist eine wichtige Botschaft an alle unsere Schülerinnen und Schüler die vielleicht ein Nachteilsausgleich haben oder die Unterstützung bekommen.
00:17:33: Du magst vielleicht diesen Druck verspüren aber du musst nicht sofort dann auch Top-Leistung bringen.
00:17:37: also wir sind ja dann
00:17:38: gemeinsam auf dem Weg.
00:17:39: Ja es ist auf jeden Fall ein guter Punkt.
00:17:42: jetzt haben sie auch gerade gesagt man macht sich sichtbar und das stimmt dir auch.
00:17:46: aber ich glaub für viele ist da nochmal dieser Aspekt mit.
00:17:49: bin ich als wirklich beeinträchtig?
00:17:51: Ist das jetzt einfach eine schlechte Leistung von mir?
00:17:53: Also wo finde ich den Unterschied?
00:17:57: oder beziehungsweise was steckt denn so hinter einer schwachen Leistung, oder ist es halt wirklich einfach diese fehlende Anstrengungen.
00:18:04: Ja gute Frage!
00:18:06: Da sind die Grenzen natürlich fließend und deswegen habe ich gerade schon gesagt da müssen wir vorsichtig sensibel darauf reagieren damit ja nicht jede schlechte Leistung sofort
00:18:18: als
00:18:19: als besondere Beeinträchtigung verstanden wird, sondern eine schlechte Leistung kann natürlich auch damit zu tun haben, dass ich mich mal nicht vorbereitet habe.
00:18:28: Wenn ich einen Text nicht gut gelesen oder verstanden habe, kannst du damit zusammenhängen, dass das Lesen noch nicht wirklich geübt habe.
00:18:39: Karina, du guckst grad ein bisschen skeptisch.
00:18:41: Möchtest du was zu sagen?
00:18:44: Also ich verstehe die Frage, aber ich würde tatsächlich sagen, die Grenzen sind gar nicht so fließend.
00:18:49: Weil wenn ich immer konstant gute Leistungen habe und dann halt meinen Ausrutscher hab, dann ist das so... Dann kann das auch persönliche Grund haben wie dass ich gerade ein Todesfall in der Familie hab oder WM geschaut hat und eine Stunde geschlafen habt.
00:19:06: Wenn wir hier zum Beispiel von Legacinio oder Discalcoli reden, dann reden wir ja von einer Teilleistungsstörung extrem abweichend ist von den Leistungen anderer, zum Beispiel Gleichaltriggern und die ja eben gerade nicht erklärt werden kann durch körperliche Beeinträchtigungen oder auch Intelligenzverminderung.
00:19:26: Und das ist jeweils ein Zustand der immer über eine gewisse Dauer anhält.
00:19:30: aber ich glaube vielleicht muss man hier auch nochmal differenzieren zwischen Digestionen und Diskalkulier und sowas wie Angststörungen, die ja auch sehr schnell und plötzlich auftreten können.
00:19:42: Jetzt hast du ja schon erwähnt, bei dir in der Familie Elegastini ist es ja schon ein bisschen verbreitet.
00:19:52: Wie wurde das dann aber jetzt wirklich bei dir festgestellt?
00:19:55: Also wie war die Diagnostik da?
00:19:59: Ja also in der Grundschule wurde das gar nicht festgestellt.
00:20:04: Das liegt aber auch einfach daran und das ehrlicherweise bei Inklusion ein generelles Problem dass das, also zumindest Legasthenie und Diskalculi die Aufklärung darüber einfach kein verpflichtender Teil des Lehramtsstudium ist.
00:20:15: Und generell Inklusion wird relativ wenig Wert darauf gelegt im Studium.
00:20:22: Das ist ehrlicherweise total verteil, weil viele Fälle überhaupt nicht erkannt werden.
00:20:27: Allein bei Legasdenien reden wir hier von betroffenen Koten von fünf bis zehn Prozent.
00:20:32: Bei allen Inklusionfällen in der Schule kann man sich dann denken was das für ein Prozentanteil ist?
00:20:38: kein kleines Nebenproblem, sondern viele, viele Schüler und Schülerin sind einfach betroffen.
00:20:46: Bei mir war es dann so dass ich eben auf der weiterführenden Schule im Bereich vor allem Rechtschreibung lesen konnte ich damit noch besser kompensieren.
00:20:54: So extrem auffällig war das meine Deutschlehrerin dann irgendwann auf mich zugekommen ist weil meine Leistungen in diesen Bereichen einfach so immens abgewichen sind von allen anderen Leistungen.
00:21:04: Aber hattest du denn im Verlauf also nachdem deine Deutschleherin dich darauf angesprochen hat Du im weiteren Verlauf deiner Schulaufbahn irgendwie das Gefühl hattest, dass deine Schwierigkeiten falsch eingeordnet wurden bzw.
00:21:16: auch nicht wirklich ernst genommen wurden?
00:21:19: Oft!
00:21:20: Und total.
00:21:21: Aber das kann ich ja auch den Lehrkräften nicht übel nehmen, wenn man halt in dem Bereich einfach nicht ausgebildet ist.
00:21:26: Also Lehrkräfte können ja auch nicht ausgebaut sein in jedem einzelnen Bereich und genau dafür gibt es zum Beispiel Herr Freier an der Schule, der seinen Job sehr großartig macht.
00:21:37: aber natürlich kommt das vor.
00:21:38: Es kommt vor dass null Verständnis dafür da ist und wie gesagt das will ich gar nicht als Vorwurf formulieren also bei einigen Lehrkräften.
00:21:47: Es gibt auch Lehrkräfte, die extrem unterstützend unterwegs sind oder Nachteils ausgleichen nicht eingehalten werden und das kann man vielleicht auch hinzufügen.
00:21:56: Ich glaube Menschen mit Beeinträchtigung oder zumindest ich habe mich oft so gefühlt dass sich eine Belastung bin weil man eben Anders lernt als andere in der Klasse und weil man eben auch einfach einen zusätzlichen Zeitaufwand darstellt, für die Lehrkräfte.
00:22:12: Also auch wenn das natürlich auch verdient hat irgendwie faire Chance in der Schule zu haben kostet es halt einfach Zeit.
00:22:19: also Inklusion kostet oft halt Zeit so Und dieses Gefühl nimmt man halt auch oft mit Auch wenn das auch vielleicht gar nicht angedacht ist dass man sich so fühlt.
00:22:29: So Karina dann ist es dir ja an der Schule aufgefallen bzw.
00:22:33: Also dir wurde auf jeden Fall gesagt, Karina eigentlich nach fünf Mal hättest du es jetzt eigentlich richtig schreiben müssen.
00:22:41: Was hast Du dann gemacht?
00:22:42: Wie ging's dann weiter für dich und wie hat sich das auch angefühlt?
00:22:46: Ja also als die Deutschlehrer mich darauf hingewiesen hat... Sie hat mir etwas vermutet, dass ich das mal überprüfen lasse.
00:22:57: Mit einer Diagnostik und hat mir da auch gleich eine Adresse mitgegeben.
00:23:02: Das war die Clemens August Klinik und in neuen Walde.
00:23:06: Dort habe ich dann auch angerufen, da kann man anrufen und sagen wir haben halt eben diese Vermutungen und können wir das mal bitte testen lassen.
00:23:14: die testen das halt dann ambulant damit halt eine Testung gemacht in dem Bereich wo es eben auffällig ist also lesen schreiben oder lesen unschreiben und dazu halt noch einen IQ-Test damit man das halt im Verhältnis setzen kann und sehen kann ob dort eben eine Schwäche in dem jeweiligen Teilbereich vorliegt.
00:23:31: So einen Termin zu bekommen ist etwas schwierig und das dauert auch.
00:23:35: Aber einfach machen, also wenn man das Gefühl hat dort könnte etwas sein, einfach machen.
00:23:41: Und dann hat man eben diese Testung, dann werden die das alles aus und dann melden sie sich halt bei einem.
00:23:50: Man hat natürlich noch ein Gespräch damit Ärzte nennen ... Und dann hat man eben diese Diagnose und damit geht es dann auch weiter.
00:23:58: Also die Schreibenden, auch Empfehlungen wie man zum Beispiel was die Schule ändern könnte, damit man inkludiert werden kann.
00:24:07: Ja, die geben sehr viele Tipps mit an die Hand und an die kann man sich auf jeden Fall wenden bei Legasinia als auch bei Discalculi.
00:24:16: So Herr Frey, jetzt haben wir gehört wie das so bei Carina ist?
00:24:18: Ist das der normale Weg oder wie ist das also allgemeiner bzw.
00:24:23: auch bei anderen?
00:24:24: Das kann ich ganz schwer beantworten.
00:24:27: Ich werde es versuchen, aber ganz schwer zu beantwortet und damit meine ich, dass es natürlich von Fall zu Fall unterschiedlich ist und auch von der jeweiligen Beeinträchtigung abhängt.
00:24:36: Ich glaube gerade wenn wir im Bereich LS sind also Schwierigkeiten im Lesen bei der Rechtschreibung dann... Es ist oft so, dass es in den Prüfungsformaten auffällt.
00:24:46: Entweder in der Grundschule schon, oft in der grundschule spätestens dann in der fünften Klasse, oft hier ... Dann werden Diktate geschrieben und plötzlich fällt auf, Mann, nimm Grammatik, da lass du ne eins oder ne zwei!
00:24:57: Aber das Diktat tut mir leid, neunzehn Fehler sechs.
00:25:00: Und da fällt ja auf, dass hier eine Teil-Leistungsstörung vorliegt.
00:25:05: Also eigentlich die Leistung super is'.
00:25:08: Ja?
00:25:08: Du genau richtig bist an dieser Schule hier und du den Anforderungen entsprichst Aber in diesem einen Teilbereich, da fällt dir etwas schwer und dann werden auch Lehrkräfte aufmerksam.
00:25:20: Dann kommt der erste Elternsprechtag und dann ist es das Prozedere wie Carina das gerade beschrieben hat.
00:25:26: Es gibt aber auch andere Einschränkungen natürlich die so im Schulalltag erstmal gar nicht auffallen und wo wir als Lehrkräften – ich finde Carina du hast es gerade richtig gesagt – wir sind einfach nicht vom Studium her oder von der Ausbildung her gut genug vorbereitet!
00:25:43: für diese Fälle, dass wir es einfach erstmal nicht wahrnehmen können.
00:25:48: Wenn wir zum Beispiel ein Kind haben mit Schwierigkeiten im Bereich der Aufmerksamkeit – also eine Aufmerksamkeitskonzentrationsstörung oder im Bereich Autismus-Spektrumsstörung dann ist es oft so das die Kinder am Vormittag in der Schule gut funktionieren und noch gut mitkommen.
00:26:06: Oder es gibt Fälle, wo das so ist.
00:26:08: Auch unterschiedlich.
00:26:08: natürlich haben wir auch Kinder bei denen das auffällt und wo Gespräche direkt geführt werden und wo wir als Lehrkräfte tätig werden.
00:26:13: aber oft kann's auch sein oder es kann auch sein dass Kinder im Schulalltag am Vormittag erstmal jetzt in Anführungszeichen funktionieren also sich anpassen können Arbeitsaufträge bearbeiten können ruhig sitzen können sich konzentrieren können also letztendlich den Anforderungen entsprechend die wir ja bei uns an der Schule oft stellen im Unterricht.
00:26:37: Dann aber zu Hause plötzlich sichtbar wird, wie stark die Belastung eigentlich wirklich war am Vormittag und wie sehr sich das Kind zusätzlich anstrengen musste um überhaupt mitschwimmen zu können.
00:26:51: Und
00:26:52: dann ist für uns als Lehrkräfte natürlich die älterliche Perspektive total wichtig.
00:26:57: also auch der Kontakt der Eltern kann wenn es um die Diagnostik geht oder die Kontaktaufnahme durch die Eltern kann, wenn es um die Diagnostik geht ein wichtiger Meilenstein sein.
00:27:08: Dass wir angesprochen werden und das gesagt wird mir ist was aufgefallen zu Hause.
00:27:13: mein Kind hat große Schwierigkeiten wenn's nach hause kommt entweder bei den Hausaufgaben Es kann sich nicht mehr konzentrieren es ist so müde es ist niedergeschlagen es gibt depressive Phasen sodass wir erst mal darauf aufmerksam werden dass etwas nicht stimmen kann.
00:27:28: dann kann dies ein zweiter wichtiger Baustein sein Also der Austausch mit den Eltern.
00:27:34: Und natürlich das Kind, es geht um das Kind!
00:27:38: Wenn erstmal dieser Stein ins Rollen gebracht wurde... ...wenn aufgefallen ist da braucht jemand Hilfe.
00:27:45: dann ganz wichtig dass wir mit dem Kind selber sprechen.
00:27:48: Mit den Jugendlichen selber sprechen wie geht's dir eigentlich?
00:27:53: Dafür muss man sich Zeit nehmen dafür muss man Interesse zeigen an dem Kind und wirklich ernsthaft fragen, wie geht es dir?
00:28:02: Wo hast du Schwierigkeiten?
00:28:04: Wo gibt's Hürden.
00:28:04: Und dann klar kann eine zusätzliche ärztliche Perspektive mit eingebracht werden.
00:28:10: Dann können wir verweisen... Es gibt ein großes Netzwerk an Fachärzten, Fachärztinnen.
00:28:16: Wir haben Kontakt zu Sonderpädagogen in mobilen Diensten, in den unterschiedlichen Bereichen hören sehen, körperlich-motorische Entwicklung die ich ganz am Anfang aufgezählt hatte, die bereit sind uns zu unterstützen und mit ihrer fachlichen Expertise da zu ergänzen unsere Sicht zu ergänsen.
00:28:38: Und dann können auch ärztliche Gutachten helfen wobei an der Stelle kann ich schon sagen dass das nicht Voraussetzung ist.
00:28:48: also wir müssen als Lehrkräfte nicht darauf warten Außen ein Arzt oder eine Ärztin sagt, hier gibt es ein Problem und bitte helft dem Kind in der Schule.
00:28:56: Das ist schön wenn's das gibt und oft sind auch gute Tipps in den Diagnosen zu lesen.
00:29:05: die werden mitgegeben.
00:29:05: direkt jetzt zum Beispiel von der Clemens August Klinik weiß ich dass sie dann in ihre Gutachten auch schon am Ende Tipps für Nachteilsausgleiche mitgeben die wir aufgreifen können.
00:29:17: aber letztendlich unsere pädagogische Aufgabe zu schauen, was funktioniert hier.
00:29:23: bei uns in der Schule am besten.
00:29:24: Was hilft dir nochmal?
00:29:25: Der Blick auf
00:29:26: das ... Das hat man direkt schon selbstinitiative so ergreifen kann sozusagen,
00:29:30: ja.
00:29:31: Da muss man aber leider auch sagen also dass es die positive Sicht und das macht das Gymnasium damals auch sehr gut.
00:29:36: Also das Gymnasium damit gibt sich sehr viel Mühe Menschen zu inkludieren, auch wenn es mal besser und mal schlechter funktioniert, aber das ist normal, das ist so.
00:29:45: Allerdings ist gerade auch bei Legastinio und Discalcoliso eine Diagnose leider nicht gleich heißt einen Nachteilsausgleich bekommt.
00:29:55: So, hier bekommt man ein aber es ist tatsächlich aktuell die Gesetzeslage so dass Diagnostiken steht so quasi drin analysiert und interpretiert werden müssen und deshalb gibt es kein rechtlichen Anspruch auf einen nachteils.
00:30:11: ausgleich ist kann sein das sich jetzt was verändert aber das ist tatsächlich ganz ziemlich bitter seien für betroffene weil es dann halt eben noch heißen kann ja du hast Du bist superschlecht in der Rechtschreibung, aber nach Tess-Ausgleich bekommst du dafür nicht.
00:30:26: Das finde ich jetzt schon ein bisschen freig, weil dann macht man sich sozusagen diese Mühe und macht es sich sichtbar
00:30:32: bzw.,
00:30:32: wie wir auch gesagt haben ... Man lässt sich ja sozusagen auch so angreifbar machen... Und dann wird einem gesagt wirklich einfach pech gehabt, wir können dir jetzt nicht weiterhelfen!
00:30:45: Ich glaube wenn das dann passiert für die Betroffenen, dass das dann wirklich so ein Moment ist mit so dass sie auch so wirklich an sich selbst zweifeln, weil sozusagen ... Ich kann mir das vorstellen.
00:30:54: Wenn man jetzt auch wirklich Abitur machen möchte und einem nicht geholfen wird, dass die Zukunft ja eigentlich ganz anders dann aussehen wird bzw.
00:31:01: kann auf jeden Fall...
00:31:03: Das ist eine Katastrophe!
00:31:04: Ja?
00:31:04: Das ist für Betroffene ne absolute Katastrufe.
00:31:07: ich kenne auch solche Fälle.
00:31:09: Das ist nicht gerecht, es ist nicht fair Und das ist einfach super belastend, weil die Betroffenen halt auch ... Also so eine Leserechtherbstörung kann ... Schwäche Störungen kann ne hohe Hürde sein.
00:31:22: Dass man dann ehrlicherweise den Spaß am kompletten Lernen verliert und einfach aufgibt.
00:31:27: Das ist eigentlicherweise der Schlimmste für mich, was irgendwie passieren kann.
00:31:30: Ja, glaub ich auch!
00:31:31: Es gibt tatsächlich viele, die sagen okay, dann mach' ich mit Achenkrach halt die Leuchtteklasse zu Ende und dann gehe ich halt, also ich kann dir nichts gewinnen...
00:31:42: Also wirklich, ich bin ein bisschen buff.
00:31:43: Weil so in dem Aus, man stellt sich das ja irgendwie nicht vor.
00:31:48: Die Norm ist ja ... Ich sag mir geht's nicht gut?
00:31:51: Mir fehlt was und dann wird einem geholfen und dann ... Ja, wirds besser.
00:31:54: aber dass es da auch solche Fälle gibt irgendwie ganz komisch.
00:31:58: Herr Freier wie ist das denn also?
00:32:00: hatten Sie schon mal solche Felle beziehungsweise irgendwie wo sie ... Beziehungswiese gehen Sie danach wirklich auf jede Person?
00:32:08: Wie fördern Sie dann sozusagen jede einzelne Person bzw.
00:32:12: was gibt es dafür Fördermöglichkeiten?
00:32:15: Genau, das ist ja letztendlich meine Aufgabe da Ideen zu geben.
00:32:18: und ich muss auch ehrlich sagen oft verweise ich auch nur an Kolleginnen oder Kollegen von mir die noch mal besser aufgestellt sind als ich und auch in den Bereichen Erfahrungsschatz mitbringen.
00:32:28: wir haben zum Beispiel aktuell eine Förderschullehrkraft bei uns an der Schule.
00:32:37: über die einzelnen Fälle zu sprechen ist so gewinnbringend, weil sie noch mal eine ganz andere Perspektive auf Schule mitbringt.
00:32:44: Eine Perspektivie, die wir einfach auch nicht kennen gelernt haben und die oft an ganz vielen kleinen Stellschrauben dreht.
00:32:53: und diese kleinen Veränderungen bringen oft schon ganz viel und sind ganz effektiv.
00:32:59: Und wenn die Frage lautet wie wird eigentlich gefördert?
00:33:04: Wie kann eigentlich geförtet werden sind mir zwei Dinge wichtig.
00:33:08: Erstens, Förderung findet immer statt im Unterricht.
00:33:12: Individuelle Förderungen ist letztendlich ein Grundauftrag von Schule und viele Maßnahmen die ergriffen werden können Und jetzt denke ich gerade an einen Gespräch mit der Förderschullehrkraft zurück
00:33:22: Viele
00:33:22: Maßnahmen die sie vorgeschlagen hat sind eigentlich Maßnahmen.
00:33:25: da profitieren alle Kinder davon wenn es zum Beispiel darum geht Arbeitsaufträge so zu reduzieren dass nur die wichtigste Botschaft in dem Arbeitsauftrag steht Wenn's darum geht Texte im Layout auf einen Arbeitsplatz zu setzen, dass es gut leserlich ist, gut erkennbar ist.
00:33:42: Dass die Kopien ja gut zu erkennen sind das Bilder gut zu erkennen sind dann profitieren nicht nur die Kinder mit einer Leseschwäche davon oder mit einer Rot-Grün Schwäche zum Beispiel wobei das noch mal ein anderes Thema ist Farbkopin bei uns an der Schule.
00:34:00: aber da profitieren viele Kinder von.
00:34:03: wenn ich meinen Unterricht so strukturiere Klar ist zu jeder Zeit, wann wir was machen.
00:34:09: Warum wir etwas machen?
00:34:10: Dann profitieren ja nicht nur die Kinder, die die Schwierigkeiten bei der Konzentration haben davon, sondern letztendlich alle Kinder.
00:34:18: Das ist der erste wichtige Punkt.
00:34:20: Klar, da scheitern wir oft dran im Alltag.
00:34:23: Wir schaffen es nicht jede Stunde perfekt vorzubereiten.
00:34:26: Ich möchte jetzt nicht den Anspruch hier irgendwie... Da ist so Darstellen als wenn das uns immer gelingen würde, als Lehrkraft das zu tun.
00:34:34: Aber das sind oft so kleine Stellschrauben wie gerade gesagt die aber letztendlich von denen alle profitieren können.
00:34:42: Das war das erste und das zweite.
00:34:46: eine Förderung oder Hilfen die wir anbieten dienen ja nicht dazu, den Anspruch zu reduzieren.
00:34:52: Also wir machen das ja nicht damit Kinder die mit einer Leserechtschreibschwäche oder die mit anderen Beeinträchtigungen bei uns in der Schule sind dass sie plötzlich weniger machen müssen oder dass die Aufgaben leichter werden in dem Sinne sondern wir versuchen die Hürden die nun einmal da sind um überhaupt erst einen Zugang zu finden zu den Aufgaben Die Hürde versuchen wird zu nehmen oder zumindest ja die Hilfestellung zu geben damit ich mich mit der Aufgabe überhaupt erst auseinandersetzen kann.
00:35:19: Was könnte das sein?
00:35:20: Ich habe gerade schon einiges genannt.
00:35:22: Wir könnten noch eine veränderte Bearbeitungszeit nennen, ich denke zum Beispiel grad an einen Fall, einen Schüler der eine chronische Erkrankung hat und sich deshalb nur über einen gewissen Zeitraum konzentrieren kann.
00:35:35: also er kann sechzig-neinzig Minuten seine volle Leistung abrufen aber dann kann er sich nicht mehr konzentrierend.
00:35:41: und das hat nichts mit Faulheit zu tun.
00:35:44: Das hat nichts damit zu tun dass er sich gut vorbereitet hat sondern Sein Körper sagt in dem Moment, ich brauche jetzt Ruhe.
00:35:52: Ich brauche eine Pause und da können wir die Bearbeitungszeit anpassen.
00:35:55: Da können wir sagen du kannst auch dir mehr Zeit nehmen für deine Klausur Wir können räumliche Bedingungen verändern.
00:36:02: Wir können sagen wir bieten dir einen zusätzlichen Raum an indem du dich kurz ausruhen kannst um dann erneut mit der Arbeit wieder aufnehmen zu können.
00:36:12: Klar, das sind Herausforderungen.
00:36:14: Die sind nicht leicht umzusetzen.
00:36:16: Aber das dürften
00:36:17: dann Lehrkräfte
00:36:17: einfach auch von sich selbst beschließen?
00:36:20: Oder dafür brauche ich jetzt nichts vom Arzt oder Psychologen?
00:36:25: Darf man als Lehrkraft schon wirklich selbst entscheiden, dass ich einen extra Raum zur Verfügung stelle und die Zeit anpasse?
00:36:36: Ja, natürlich!
00:36:38: Man muss Absprachen treffen.
00:36:40: Ich kann nicht einfach sagen ich geb dir jetzt diesen Raum du bekommst mehr Zeit sondern es müssen Absprache getroffen werden.
00:36:45: und gerade wenn wir von Nachteilsausgleichen sprechen ist das ganz wichtig zu sagen dass nicht eine Lehrkraft alleine entscheidet.
00:36:52: Nicht ich sage Du bekommest jetzt mehr Zeit, Du bekomst ein Laptop mit dem du arbeiten kannst, Du bekommen einen Lesestift, Du bekommt diese Software zur Verfügung gestellt.
00:37:04: Als Klassenlehrer oder Tutor kann ich mir schon mal Gedanken machen, auch natürlich nach Absprache mit dem Kind und den Eltern.
00:37:12: Und dann bespreche ich mich aber mit dem Klassenteam also alle Kolleginnen und Kollegen die dieses Kind unterrichten, die natürlich auch ihre Erfahrungen mit einbringen, ihre Perspektive mit einbringen.
00:37:22: Auch da ist es wichtig zu sagen bei mir im Englischunterricht kannst du super funktionieren, aber dann gibt's einen anderen Unterricht.
00:37:29: Da funktioniert das nicht!
00:37:30: Das kann mit dem Fach zu tun haben, das kann mit der Uhrzeit zu tun habe.
00:37:33: Das kann auch mit räumlichen Bedingungen zu tun und mit der Zusammensetzung der Klasse zu tun.
00:37:37: All das muss geklärt werden!
00:37:39: Und wenn dann Maßnahmen erarbeitet wurden, werden diese vorgestellt in einer Klassenkonferenz – auch das ist wichtig eine Klassen-Konferenz bei der sowohl die Lehrkräfte als auch Eltern oder Schülervertreter anwesend sind.
00:37:54: Diese Klassen Konferenz beschließt einen Nachteilsausgleich Wichtig zu erwähnen, der Nachteilsausgleich hat eine Gültigkeit von einem Jahr.
00:38:03: Krass!
00:38:04: Das machen wir nicht, weil wir sagen nach einem Jahr ist alles gelöst und deine Schwierigkeiten haben sich in Luft aufgelöst.
00:38:12: Nein das machen wir, weil ein Jahr ne Zeitraum ist, den man gut überblicken kann.
00:38:16: Nach einem Jahr setzt man sich noch mal zusammen, bestenfalls überlegt was hat gut funktioniert?
00:38:20: Was hat nicht funktioniert?
00:38:23: Ich würde noch
00:38:26: mal was zu Punkt einsagen.
00:38:29: Ja, also ich glaube genau zu diesem Punkt ... Ich habe ja auch vorhin schon erwähnt irgendwie gerade als Schülerinnen oder Schüler mit Beeinträchtigung fühlt man sich oft als Belastung.
00:38:37: aber ich glaub da müssen wir auch als Gesamtgesellschaft unseren Blickwinkel auf Inklusion verändern.
00:38:43: Wir sehen das nämlich oder viele sehen es als Belassung oder Inklusion wird als Belassungen wahrgenommen.
00:38:49: Aber Inklusion kann genauso wie Herr Freier eben gesagt hat eine Chance sein dafür dass man als Lehrkraft seine Unterrichtskonzept an sich überdenkt.
00:39:00: und dazu habe ich auch einen konkreten Vorschlag oder ein konkretes Beispiel.
00:39:05: Wir haben in Biologie eine Exkursion gemacht, eine More-Exkursions im Leistungskurs und da muss man ganz viele Texte lesen und meine Biolehrerin hat dann einfach gesagt dass sie halt mit künstlicher Intelligenz zu jedem einzelnen dieser Texte ein Podcast erstellt und den hat sie dann halt einfach für alle hochgeladen, für alle verfügbar gemacht.
00:39:26: Und natürlich war das Arbeit und das hat sie auch gesagt.
00:39:29: aber sie hat auch gesagt dass das jetzt Materialien sind die allen Schülerinnen und Schülern zugutekommen weil sich das alle anhören können das für alle entspannter ist als da ganz viele Texten in der Sonne zu lesen.
00:39:41: und auf der anderen Seite ist es ja auch Arbeit die man in der Regel einmal macht.
00:39:44: also so eine More Exkursion im Leistungskurs ist jetzt auch kein ... once in a lifetime event, sondern die kommt auch wieder.
00:39:51: Und da kann man das halt dann auch wieder verwenden?
00:39:53: Ja, die in unserem Jahrgang sind auch gerade auf einer Morgenskursion guckt und können dieses
00:39:56: Tabel nutzen!
00:40:00: Wie war es denn aber wirklich für dich also welche Maßnahmen dann auch wirklich geholfen haben?
00:40:05: bzw.
00:40:07: zum Beispiel jetzt wenn du jetzt eine Klassenkonferenz kriegst... Also
00:40:11: wie
00:40:12: war das für dich?
00:40:12: Wie hast du das erlebt?
00:40:16: Ich saß tatsächlich nicht mit in der Klassen-Konferenz wird es mal aufgreifen.
00:40:21: Also, wenn man so eine Beeinträchtigung hat dann ist der erste Schritt oft ein Nachteilsausgleich.
00:40:26: also das sagt ja auch die Definition des Wortes Man hat einen Nachteil und den kann man so nicht ganz genau ausgleichen aber versucht irgendwie Maßnahmen zu finden mit dem die Person diesen Nachteile doch irgendwie ausgeglichen bekommt um Chancengleichheit für alle Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten und was dann häufig, als es kommt ist Zeitausgleich.
00:40:54: Das kann auch eine sinnvolle Maßnahme sein.
00:40:55: allerdings haben wir ja schon darüber geredet dass echt wenig über das so individuelles Ausbildung in deinem Studium auch echt wenig darüber vermittelt wird und dass dann erstens, also oft die erste Maßnahme ist, die dann so quasi ergriffen wird.
00:41:11: Und die muss aber ehrlicherweise nicht unbedingt sinnvoll sein.
00:41:15: Also ich habe schon das Gefühl, dass hier in der Schule wenn jemand auftritt mit Beeinträchtigung oder wenn jemand auffällt mit beeinträgtigungen, allen das Gleiche geben, was nicht unbedingt sinnvoll ist.
00:41:25: Und wenn man dann eben als betroffene Person selbst, weil man schon älter ist oder als Lehrkraft oder als Eltern irgendwie Kapazitäten hat, dann macht es auf jeden Fall Sinn sich mal hinzusetzen und zu recherchieren und sich genau damit auseinanderzusetzen, was würde mir eigentlich helfen?
00:41:41: Und dass ich das herausgefunden habe, das hat auch wirklich... lange gedauert.
00:41:46: Also ich habe auch viel probiert oder die Schule hat auch viel mit mir zusammen ausprobiert, also ich hatte wie gesagt... Ich hatte mal ein Wörterbuch so in digitales das dann auch irgendwie einen Englisch-Klausuren hat oder einen Latein-Klausuren und ich hatte nie Lateine aber so ein Wärterbuch, sondern da hab' ich halt relativ schnell gemerkt dass es mir zum Beispiel gar nichts bringt weil ich ihm nicht immer weiß mit welchem Buchstaben ein Wort anfängt was mir tatsächlich wirklich geholfen hat.
00:42:08: aber auch das wie gesagt dauert das herauszufinden länger Zeit, einfach damit ich zum Beispiel mehrere Wortschreibweisen ausprobieren kann oder dass ich mehr Zeit beim Lesen habe.
00:42:19: und die allerallergrößte Entlastung.
00:42:21: die ich dann erst in der Oberstufe bekommen habe, ist dass ich ein Lesegerät bekommen habe für Zuhause und den Unterricht.
00:42:29: Und das ist quasi wie so ein Handy.
00:42:31: Damit mache ich einen Foto von dem Text und das Gerät gibt mir genau diesen Text als Audio-Datei raus.
00:42:39: Das hat mir total geholfen, weil ich dann diesen ... mehr Aufwand, den ich betreiben muss für das Lesen.
00:42:44: Also länger Zeit eventuell Kopfschmerzen.
00:42:47: Eventuell wird mir schlecht, dass sich denen nicht betreiben müssen so, dass ich einfach relativ oder ähnlich schnell im Unterricht bin mit dem erfassen von Texten nicht zu Hause vorarbeiten muss und nacharbeiten muss wie meine Mitschüler auch.
00:43:00: Das hat mich jetzt am meisten geholfen.
00:43:02: Ansonsten können auch an mir auch gehelfen einen Kopf, also tatsächlich Ohrenstöpsel damit allein Die Lautstärke im Klassenraum für mich persönlich ein bisschen reduziert ist, dass ich mehr Konzentration oder mehr Energie, die ich habe aufwinden kann um den Text zu verstehen.
00:43:20: Krass!
00:43:20: Also wie viele Möglichkeiten da wirklich eigentlich existieren?
00:43:23: Weil irgendwie jetzt auch zum Beispiel in der fünften Klasse oder so, weil ich mich mal zurück erinnere waren immer man hat mitbekommen ja und der hat eine Beeinträchtigung oder eine Leser-Rechtschreibschweche der kriegt jetzt fünf oder zehn Minuten länger.
00:43:36: Und dann saßen wir da zum Beispiel im Unterricht, also jetzt mal von der Perspektive von unseren Schülern.
00:43:40: Wir saßen da mit dem Unterricht und wir waren so, warum kriegt er jetzt fünf Minuten länger Zeit
00:43:45: bzw.,
00:43:46: was bringt der Person das jetzt?
00:43:49: Wenn sie den Text jetzt gerade nicht verstanden hat war auch... Also da haben sich ganz viele Fragen gebildet und ich glaube in dem Punkt ist es halt auch ganz wichtig dass man dann auch wirklich transparent mit dem Thema umgeht auch, ich glaube auch mit den anderen Schülern.
00:44:02: Dass sich dann auch wie wir vorhin gesagt haben diese Vorteile sich halt nicht bilden.
00:44:07: aber das war immer so... Ich hab mich da immer wieder erwischt und ich habe immer überlegt ja warum was passiert da?
00:44:15: Es war immer ein Hintergedanke.
00:44:17: Man schafft es nicht aus dieser Sonderrolle zu lösen wenn du davon betroffen bist.
00:44:20: die Frage ist Tatsächlich bevorzuge das auch.
00:44:25: Ich fühle mich als Lehrerwohler, wenn ich weiß ... Wir können es in der Klasse thematisieren um ja nicht nur damit andere das nachvollziehen können was da gerade passiert.
00:44:38: warum darf das Kind eigentlich länger schreiben?
00:44:40: Warum muss ich jetzt ruhig sitzen bleiben oder den Raum verlassen?
00:44:43: Warum darf das Kinder länger schreiben so dass das nach vollziehen kann und ist auch als nicht als unfair versteht?
00:44:50: Und gleichzeitig Muss das Kind das auch wollen?
00:44:56: Ich kann ja nicht als Lehrkraft mich vorhin hinstellen und sagen, das ist jetzt Kind XY.
00:45:00: Und das hat diese Beeinträchtigung und deshalb passiert das jetzt.
00:45:03: also ich glaube dass wir da vorsichtig uns herantasten müssen.
00:45:07: Das Kind muss merken, dass es in einer Lernatmosphäre sich befindet in einer Klasse befindet wo es sich auch öffnen kann.
00:45:13: Ja und das ist nicht immer der Fall.
00:45:14: Also ich verstehe und ich finde wir müssen es auch respektieren Wenn das Kind sagt, ich möchte nicht dass es öffentlich gemacht wird.
00:45:21: Da muss sich die richtigen Maßnahmen finden und das richtige Verhalten zeigen um trotzdem die Maßnahmen durchzusetzen.
00:45:28: Und ja... Das ist aber dann letztendlich
00:45:30: auch meine Aufgabe.
00:45:32: Also ich verstehe da auf jeden Fall auch beide Seiten, weil gerade ist es ja natürlich auch interessant zu wissen wie es ist eigentlich als Schüler oder Schülerin in der Klasse zu sitzen und man merkt da passiert was.
00:45:41: Und ich versteh nicht was.
00:45:42: Auf der anderen Seite kann ich aber eben noch diese betroffenen Perspektive total verstehen.
00:45:46: also ich glaube man merke ich gehe damit sehr selbstbewusst um, weil ich mittlerweile halt auch weiß dass ich nicht doof bin Und weiß, dass ich das eigentlich kann.
00:45:57: Aber an dem Punkt muss man erst mal kommen.
00:45:59: und auch jetzt kurz vorm Abitur ... Auch im Abiturtig eine Zeitverlängerung und hab geschrieben.
00:46:04: in einem externen Raum haben sich, es waren immer noch aufm Abi-Wall, haben sich Leute vor mich gestellt und sich darüber lustig gemacht, dass sie behindert sind.
00:46:17: Wir reden hier von erwachsenen Personen.
00:46:19: Das ist bodenlos!
00:46:20: Ja, das ist Absurdbodenus.
00:46:21: Das geht mir tatsächlich auch echt... Also das geht rechts rein und links wieder raus aber das muss man erst mal aushalten können.
00:46:30: Aber das finde ich halt sowieso total problematisch dass so ein Gedanken gut überhaupt Einzug bekommt wieder in unsere Gesellschaft.
00:46:39: Das ist noch mal ein anderes Thema, aber auch dort kann man Möglichkeiten finden.
00:46:43: wenn zum Beispiel dann die Person in einem externen Raum schreibt was natürlich mehr Aufwand ist und das muss man ja bei einer normalen Klausur jetzt bei zb diese rechtscherpsliche nicht unbedingt beaufsichtigen glaube ich Dann kann man das ja einfach umgehen weil die anderen gar nicht merken dass die person vielleicht zehn minuten länger schreibt.
00:47:04: also es gibt viele Möglichkeiten, aber die muss man eben nutzen.
00:47:07: Und auch das ist wieder mehr Aufwand, immer mehr Aufwand der sich
00:47:10: lohnt.".
00:47:11: Was würdet ihr denn sagen?
00:47:13: Also was sind dann so die größten Herausforderungen beziehungsweise wo ist der größte Handlungsbedarf so?
00:47:20: Wird es vielleicht auch an unserer Schule, was man vielleicht ausbauen könnte?
00:47:24: Transparenz – was.
00:47:26: was die Verfahren angeht wünsche mir dass noch mehr Klarheit darüber herrscht, was in welchem Fall gemacht wird.
00:47:34: Was meine Aufgabe ist als Lehrkraft.
00:47:36: Das darf jetzt wirklich nicht als Vorwurf verstanden werden sondern für mich das ist ein Entwicklungsziel.
00:47:41: ja ich wünsche mir dass wir da hinkommen und es fehlt einfach auch an Informationen.
00:47:48: Was muss ich machen?
00:47:49: Wo gibt's Unterlagen?
00:47:51: Wie kann so ein Verfahren eingeleitet werden?
00:47:53: Was ist der rechtliche Rahmen dessen?
00:47:55: Da fehlts noch
00:47:56: an Informationen.
00:47:58: Ich wünsche mir erst mal, dass wir als Gesellschaft darüber reden.
00:48:05: Inklusion ist halt ein Riesenthema und ich kann auch verstehen, dass es vielleicht nicht super präsent ist wenn man nicht selbst betroffen ist aber die Person, die hier gerade zuhört, das ist schon mein erster riesengroßer Schritt in die richtige Richtung und dafür bin ich total dankbar.
00:48:21: also dass sie überhaupt in der Gesellschaft da hinkommen darüber zu diskutieren weil dann bauen sich Also bauen sich auf Vorurteile ganz von alleine ab.
00:48:32: Wenn man irgendwie jemand in der Klasse sitzen hat und merkt, dass die Person richtig gut kann aber halt dieses Problem hat beim Rechtschreiben dann kommt man ja auch als Kind irgendwann dahin das dieses Kind nicht dumm ist.
00:48:47: also das wünsche ich mir und ansonsten wünsch ich mir ganz ganz doll, dass Inklusion ein größeres Thema ist im Studium, weil ich glaube das schon mal ganz viel hilft.
00:49:00: Weil ja auch einfach so eine Lehrkraft, so eine zentrale Person ist in einer Klasse und der Umgang mit der Lehrkraft so zentrales für die Art und Weise wie Schülerinnen und Schüler damit umgehen.
00:49:11: Und ich wünsche mir dass die Hilfen auch wie Herr Freier gesagt hat erleichtert werden.
00:49:15: also dass es zum Beispiel einen Katalog gibt, wo einfach super viele Möglichkeiten drinstehen.
00:49:20: Zu den einzelnen Beeinträchtigungen die man bekommen könnte und man dann selbst als betroffene Person mit den Eltern, mit den Lehrern zusammen überhaupt weiß was es für Möglichkeiten gibt um dann dem perfekten Nachteilsausgleich oder einen annähernd guten Nachteil ausgleich zusammenzustellen für jeden einzelnen Fall.
00:49:36: Ich bin ganz bei dir auch das mit der Gesellschaft dass man da eigentlich viel mehr in Austausch gehen müsste.
00:49:42: Kleine Frage an dich.
00:49:43: Was für ein Studie jetzt zum Beispiel, aber noch genauer von der Politik?
00:49:46: Weil wie wir ja vielleicht die meisten wissen, bist du ja inzwischen selbst auf Landesebene tätig.
00:49:52: Welche Veränderungen sind dir da besonders wichtig?
00:49:54: also hast du da was, was dir so Kopf fällt?
00:49:59: Ja ich glaube.
00:50:01: ganz kurz zur Vorgeschichte Ich habe beim Niedersächsischen Kultusministerium für mein Abitur beantragt, dass ich eben Audio-Dateien bekomme von den Aufgaben und den Materialien.
00:50:12: Damit ich überhaupt die Aufgabenstellung verstehen kann und dann halt auch bearbeiten kann.
00:50:18: Und dieser Antrag wurde abgelehnt!
00:50:21: Ich war so sauer – und ich konnte das überhaupt nicht nachvollziehen weil ich mir dachte, es ist so offen einfach ungerecht und mir wird ja einfach die Chance genommen meine Leistung zu zeigen.
00:50:31: Und ich war zwar schon vorher politisch aktiv in diesem Thema aber dann habe Also, so geht es hier nicht mehr weiter.
00:50:37: Es muss sich was ändern und tatsächlich wurde genau in der Zeit darüber geredet wie man das niedersächsische Schulgesetz verändern kann.
00:50:47: Und jetzt hat tatsächlich eine erste riesengroße Änderung stattgefunden in diesem Reich und zwar ist es so, dass das letzte Woche im Landtag geschlossen wurde.
00:50:56: Das ist für Menschen mit Rechtschreibschwäche oder Leser-Rechtschreib-Schwäche auf jeden Fall Problemen im Bereich des Schreibens einen Notenschutz gibt.
00:51:04: also wenn ich das habe dann kann ich zu meinem Lehrer gehen und sagen Ich habe hier eben Probleme Klassenkonferenz, also die Lehrer beschließen das in Zukunft Rechtschreibung nicht mehr bewertet wird.
00:51:20: Und das gilt jetzt für alle Schulformen und auch bis in den Abschlussprüfungen.
00:51:25: Also gerade einer Oberstufe kriegt man ja noch Notenpunkte zum Beispiel abgezogen eine Mittelstupe gibt es Tate unter Stufe und dass alles fällt jetzt erst mal weg.
00:51:33: Ansonsten wünsche ich mir von der Politik ein Recht auf Nachteils ausgleiche gibt, also eine rechtliche Rechtsanspruch darauf.
00:51:44: Dass wenn ich eben Probleme bekomme auch eben Hilfe bekomme weil wie gesagt das machen nicht alle Schulen und ich wünsche mir dass es noch mehr Flexibilität möglich gibt also Möglichkeiten gibt also dass auch von der Politik einen Katalog vorgegeben wird damit nicht jede Schule den selbst erarbeiten muss, weil das kostet Zeit.
00:52:05: Unsere Schule hat jetzt jemanden der sich auskennt oder recherchiert wenn wir ein Problem haben und es ist auf gar keinen Fall in allen Schulen der Fall.
00:52:15: ja und ich wünsche mir dass rechtlich da auch einfach noch mehr möglich ist also dass zum Beispiel auch Audiodateien möglich sind bei Leserschwäche und dass es auch einen Notenschutz gibt bei Discalcoli, denn die gibt es aktuell nur bis zur vierten Klasse Schwindelt ja eine Rechenstörung nicht einfach.
00:52:32: Also es gibt noch wirklich, wirklich viel zu tun aber auch gute Nachrichten.
00:52:35: Es gibt Verbände die da dran sind also zum Beispiel Land-Schülerinnenrat ist da sehr aktiv gerade und ich hoffe dass sich dann noch viel verändert damit wir endlich gerechte Schulen haben und Chancengleichheit für alle Kinder.
00:52:47: Hast du sehr schön gesagt?
00:52:48: Ich glaube halt wirklich das macht für alle Betroffenen hat so ein bisschen Hoffnung dann für alle also dass man wirklich weiß.
00:52:54: okay es wird daran gearbeitet irgendwer also nicht irgend wer aber irgendwie Man wird wahrgenommen, man wird ernst genommen und es wird nicht einfach so dahingestellt.
00:53:02: Und einfach nichts mitgemacht.
00:53:05: Deswegen wollen Sie noch was zu sagen, Herr Freyja?
00:53:10: Ja das ist... Wir sprechen ja vor einer Entwicklung die eigentlich im Jahr twohntausend neun angestoßen wurde.
00:53:14: Dadurch dass zweihntauend die UN-Behindertenrechtskonvention von Deutschland angenommen wurde haben wir uns verpflichtet Inklusionen an Schulen umzusetzen.
00:53:25: Jetzt kann man sagen Ja, da seid ihr aber gescheitert.
00:53:28: Das habt ihr nicht geschafft.
00:53:30: gegen Argument wir haben nie wirklich Inklusion gehabt an den Schulen.
00:53:33: also lass uns doch erstmal versuchen wirklich inklusion in die Schulen reinzubringen und den Gedanken wirklich In alle Teilbereiche in allen Teilbereichen sichtbar zu machen.
00:53:43: Und es geht ja nicht nur um Nachteilsausgleiche wenn wir über Inklusion sprechen sondern Inklusion bedeutet auch eigentlich dass wir Vielfalt feiern das wir sagen Du bist so wie du bist mit deinen Besonderheiten bist du gut und gehörst dazu.
00:53:56: Und wir gewinnen, du bereicherst unsere Schule dadurch dass du so bist wie du bist.
00:54:01: Ich glaube das ist ein Gedanke der hinter der Inklusion steckt den ich persönlich vertrete und der sich auch sichtbar machen kann natürlich in klaren Abläufen wie gerade schon besprochen.
00:54:16: Dass wir nicht jedes mal wieder bei null anfangen müssen bei jedem Einzelfall sondern Vorwissen haben, zurückgreifen können auf Materialien klare Abläufe haben.
00:54:26: Und also wie gesagt UN-Behindertenkonvention, die aktuellen Regelungen in Niedersachsen für Legasthenie und Discalculi sind im Jahr zwei Tausend Fünf beschlossen worden.
00:54:38: Seitdem gab es da auch keine Überarbeitung mehr und die Regeln – das nennt sich Erlass in der Politik Die sind auch noch abgelaufen und sind nur noch quasi gelten.
00:54:51: Obwohl sie nicht mehr gelten, weil es keine neuen gibt's.
00:54:54: Es ist vor allem in diesen beiden Bereichen extrem viel im Bewegung.
00:55:00: Hier ist gerade ein Momentum, wo wir verschieben können und jetzt schon viel geschaffen haben mit dem Notenschutz.
00:55:07: Aber das ist alles ein Paradox, weil wir jetzt natürlich viel mehr wissen als im Jahr
00:55:14: war.
00:55:14: Vor allem, damit hast du eigentlich auch schon Schlusswort gegeben.
00:55:18: Also ich glaube hier durch diese Folge ... Ich glaube dieser Verlauf was in den letzten Jahren passiert ist jetzt wirklich deutlich geworden.
00:55:25: aber vor allem was jetzt alles in dieses Thema mit hineingehört wie tiefgreifend das ist und wie unterschiedlich es sein kann also für jeden Einzelnen dass es auf jeden Fall durch die Folge verdeutlicht wurde.
00:55:39: dann würde ich wenn niemand noch etwas zu sagen hat Die Folge zum Schluss bringen.
00:55:44: Vielen Dank, dass ihr zugehört habt!
00:55:46: Wir sehen uns beim nächsten Mal.
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